Reichweite: Faktoren für realistische Verbrauchswerte

e-fleet e-Fahrzeuge im Alltag

Einer der wichtigsten Faktoren beim Kauf eines Elektroautos ist die Reichweite. Bei den Angaben nach NEFZ der Hersteller ist jedoch Vorsicht geboten – diese stimmen kaum mit den realistischen Reichweiten der Fahrzeuge überein. Eine neue Berechnungsmethode für die Reichweitenermittlung verspricht zwar Verbesserung, an realistische Werte kommt diese jedoch noch immer nicht heran.

1. Fahrzyklus

Um sowohl bei konventionellen als auch bei Elektrofahrzeugen den Kraftstoff- bzw. Energieverbrauch zu ermitteln, werden die Fahrzeuge auf einen Rollenprüfstand gestellt und spulen einen vorgegebenen Fahrzyklus ab. Die Rahmenbedingungen dafür sind streng geregelt – Starttemperatur, Schaltpunkte, Zuladung etc. sind vorgegeben um Vergleichbarkeit zu gewährleisten. Im Laufe des Zyklus wird eine Fahrt in der Stadt und am Land mit vermeintlich typischen Beschleunigungs- und Bremsabläufen simuliert. Über den Kraftstoffverbrauch können bei konventionellen Fahrzeugen auch CO2-Werte berechnet werden.

2. NEFZ - WLTP

Bis September 2017 war der „Neue europäische Fahrzyklus“ (kurz: NEFZ) in der EU als Standard vorgegeben. Danach wurde dieser durch das „worldwide harmonized light vehicles test procedure“ (kurz: WLTP) abgelöst. Das alte Verfahren ist nicht zuletzt wegen des VW-Abgasskandals in Verruf geraten - Kritik kam auch wegen der niedrigen Höchstgeschwindigkeit, der unrealistischen Beschleunigungswerte und der angenommenen energiesparenden Fahrweise auf. Bei Verbrennungsmotoren resultierten daraus niedrige Verbrauchs- und CO2-Angaben – bei Elektroautos hohe Reichweitenangaben, die mit den realen Werten nicht übereinstimmten. Mit dem neuen WLTP-Zyklus sind angegebene Reichweiten zwar mit höheren Spitzengeschwindigkeiten und realistischeren Beschleunigungsphasen näher an der Wirklichkeit dran, den Werten in der Praxis entsprechen sie jedoch noch immer nicht.

3. Fahrprofil

Die Reichweite ist nicht nur eine Frage des Fahrzeugs, sondern auch eine Frage des individuellen Fahrverhaltens. Beschleunigungs- und Bremsverhalten, Streckenprofil, Temperatur, Regen/Schnee, Zuladung, sowie die individuelle Zuschaltung von elektrischen Verbrauchern, wie Klimaanlage, Radio etc. haben einen Einfluss auf die realistische Reichweite. Wir vom TÜV AUSTRIA haben daher für E-Fahrzeuge einen eigenen Zyklus unter Berücksichtigung der oben genannten Parameter entwickelt. Dies ermöglicht uns in der e-fleet Fahrprofilanalyse die realen Verbrauchsangaben der Fahrzeuge mit Ihrem Mobilitätsbedarf zu verknüpfen und eine realistische Aussage zur elektrischen Abdeckung Ihres Fahrprofils zu treffen.